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Miese Gefühle
Manche Menschen kennen Gefühle, die ganz dunkel sind und die sich auch nicht so einfach in hellere verwandeln lassen:
“Manchmal fühl ich mich ganz mies, und dann möchte ich gar nicht wissen, wie es mir geht. Wenn ich mich zu sehr mit mir selbst befasse, dann fall ich in ein schwarzes Loch und komme da nicht wieder heraus. Dafür ist alles viel zu schlimm. Meine Mutter, mein Bruder, mein Vater ... alles.” (Judith, 15)
Alles Geritzt?
Manche Menschen, die sich so schlecht fühlen, wissen nicht wohin mit ihrer Verzweiflung. Sie sehen keinen Ausweg und wollen nur eins: Den Schmerz verdrängen. Und das probieren sie auf verschiedene Weise. Manche, indem sie sich selbst einen anderen, körperlichen Schmerz zufügen, in der Hoffnung den seelischen Schmerz damit zu verdrängen. Sie ritzen sich selbst. Mit einem Kronkorken, einem Messer, einer Rasierklinge, fügen sie sich selbst Wunden zu, weil sie ihre Traurigkeit damit verscheuchen wollen. Im ersten Moment stellt sich ganz kurz ein erschöpftes und scheinbar befreites Gefühl ein. Nur die Entlastung hält nicht lange. Die Leere ist hinterher größer als vorher.
Heilwerden durch Verwunden?
Heilwerden durch Verwunden klappt nicht. “Wenn das Blut fließt, habe ich das Gefühl: ich lebe, und das bedeutet für mich: ‚Ich werde geliebt’“. So beschreiben manche Menschen, die sich ritzen, warum sie es immer wieder tun. Aber das ist ein Trugschluss.
Wer sich selbst verletzt, macht das manchmal in dem Gefühl: Ich füge mir Strafe zu! Er übersieht dabei, dass er sich für etwas bestraft, für das er keine Schuld trägt. So kann er oder sie in einen furchtbaren Teufelskreis geraten. Es ist in keinem Fall ein guter Weg. Heil wird dadurch niemals etwas, auch kein seelischer Schmerz.
Meist ist es sehr schwer oder gar unmöglich, allein aus diesem Teufelskreis herauszufinden, und deshalb sollte sich jede und jeder professionelle Hilfe holen.
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